Bezirksapostel Thomas Deubel diente am Sonntag, 04.10.2026 dem Bezirk St. Gallen mit einem Wort aus Psalm 119, Vers 172: „Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht.“
Die mit Tränen säen werden mit Freuden ernten
Anhand dieses vorgetragenen Chorliedes zeigte der Bezirksapostel eindrücklich auf, dass unser Glaubensleben unterschiedliche Seiten kennt. Es gibt Freude, Trost, Segen und die Zusagen Gottes. Gleichzeitig gibt es Anforderungen, Verzicht, Veränderung und Situationen, die uns herausfordern. Die erste Strophe bereitet uns Freude, stärkt uns, ist uns angenehm. Bei der zweiten Strophe müssen wir aktiv werden, hören wir vielleicht nicht so gerne hin.
Die zweite Strophe ist keine einfache Strophe. Singe ich, wenn ich über jemanden spreche, dieselbe Melodie, mit der Gott singen würde, dies eine Frage des Bezirksapostels an die Gemeinde. Allenfalls braucht es wenig mehr Entwicklung, um auch die zweite Strophe mit ganzem Herzen singen zu können.
Der Bezirksapostel verwies im Folgenden auf mehrere Lieder, um den unterschiedlichen Charakter der jeweiligen Strophen zu verdeutlichen.
Das Lied der Liebe
Gott liebt dich mit allen Schwachheiten, Stärken und Gaben. Gott dient uns aus Liebe. Wie sieht es mit deiner Liebe zum Nächsten aus, insbesondere wenn er uns geschadet hat, wir ihn nicht verstehen, er gegen die Kirche lästert? Mag ich allenfalls jemandem die Liebe Gottes weniger gönnen? Gott hat jeden Menschen lieb!
Das Lied der Gnade
Gott schenkt dir Gnade. Wir können uns diese nicht verdienen. Bezirksapostel Deubel verwies auf die Worte von Stammapostel Fehr: «Alles ist Gnade. Und ohne Gnade ist alles nichts.»
Wir dienen aus Dankbarkeit und Liebe Gott und dem Nächsten. Wir können uns mit unserer Mitarbeit keinen Freiwunsch erarbeiten. Diese Form der Buchführung ist nicht möglich, so weitere Ausführungen des Bezirksapostels. Er bittet die Gemeinde, davon abzulassen. Alle erhalten den gleichen Lohn.
Das Lied der Herrlichkeit und der Gemeinschaft
Jesus Christus hat versprochen, dass wir die Herrlichkeit erben können, wenn wir ihm nachfolgen. Ja, wir möchten mit Jesus einmal zusammen sein. Wie sieht es gleichsam mit der Nachfolge aus?
Woher entspringen unsere Gedanken und Handlungen? Aus uns persönlich oder aus dem Wesen Gottes? Nachfolge bedeutet, die eigenen Gedanken, Entscheidungen und Handlungen immer wieder an Jesus Christus zu prüfen und anzugleichen.
Das Lied der Freiheit und des Bekenntnisses
Jesus Christus ging nicht ans Kreuz, damit Wunder geschehen können in unserem Leben. Er ging ans Kreuz, damit wir erlöst und errettet werden können. Gott hat den Menschen den freien Willen geschenkt. Somit kann ein jeder entscheiden. Wir können wählen. Gott ist nicht böse ob unserer Entscheidung. Er respektiert diese. Jesus Christus möchte aber, dass wir uns für ihn entscheiden und uns zu ihm bekennen.
Aufruf zum Vertrauen
Es gibt Geschwister, die sich auf das konzentrieren, was sich nicht verändern lässt. Bezirksapostel Deubel machte allen Mut, die zweite Strophe in die erste zu verwandeln. Dies gemäss einem bekannten Sinnspruch: Gott schenke die Kraft, zu akzeptieren, was nicht änderbar ist – den Mut, zu ändern, was geändert werden kann und die Weisheit, zwischen beiden zu unterscheiden.
Durch Gottes Wort in der Predigt, den Heiligen Geist und das Abendmahl empfangen wir Kraft, insbesondere im Alltag, das ganze Lied zu singen.
Jesus Christus bewahrt uns nicht vor jedem Leiden, aber er macht sich ganz besonders in solchen Situationen bemerkbar, indem er Kraft und seine Nähe schenkt. Gott ist DA! Jesus Christus hat versprochen, dass er bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende.
Bezirksapostel Deubel ruft die Gemeinde dazu auf, dafür zu kämpfen.
Handlungen
Der bisherige Bezirksvorsteher wurde nach 43 Jahren im geistlichen Dienst in den Ruhestand gesetzt.
Zum neuen Bezirksvorsteher für den Bezirk St. Gallen wurde der Gemeindevorsteher der Gemeinde Rorschach beauftragt. Er wird seine Aufgabe als Gemeindevorsteher weiterhin ausüben.
Zudem erhielten die Gemeinden St. Gallen und Herisau neue Gemeindevorsteher. Der neue Gemeindevorsteher von Herisau wird seine bisherige Aufgabe als Gemeindevorsteher der Gemeinde Widnau weiterhin wahrnehmen.