Gott aller Gnaden – will ewige Gemeinschaft mit dir

10.05.2026

Bezirksapostel Thomas Deubel reiste quer durch Bulgarien. Begleitet von Bischof Rudolf Fässler hielt er Gottesdienste in Varna, Krichim und Sofia. Die Gemeinschaft im Gottesdienst und in der Seelsorge stärkte, richtete auf und schenkte Zuversicht für die Zukunft.

Im Gottesdienst am Sonntag in Sofia verwendete der Bezirksapostel das Bibelwort aus dem 1. Petrusbrief, Kapitel 5, Vers 10: «Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.»

Der Bezirksapostel stellte den «Gott aller Gnade» in den Mittelpunkt. Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – wollte den ursprünglichen Zustand der Gemeinschaft zwischen Mensch und Gott wiederherstellen. Sein Heilsplan hatte zum Ziel, uns in die ewige Gemeinschaft mit ihm zu führen. Dazu waren wir erwählt und berufen.

Er kannte uns persönlich und liebte uns, so wie wir sind. Er hatte uns bei unserem Namen gerufen. Die grosse Gnade sollte erkannt werden: Wir sind Kinder Gottes, berufen zur Braut Christi. Diese Berufung schenkte Hoffnung und Zuversicht, besonders im Blick auf die Wiederkunft Jesu Christi und das ewige Leben.

Leid gehörte, so musste man feststellen, zur Realität des menschlichen Lebens. Menschen litten unter Krankheit, Verlust, Sorgen, eigener Unvollkommenheit und auch darunter, dass viele Christus ablehnten. Auch Christen standen im Spannungsfeld des Glaubens. Sie vertrauten auf Gott, auch wenn sie ihn noch nicht sehen konnten.

Das Bibelwort forderte dazu auf, Sorgen und Belastungen weder festzuhalten noch zu verdrängen. Doch wie sollte das gelingen? Die Strategie, so der Bezirksapostel, lautete: «Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.»

Zur Veranschaulichung diente das Beispiel eines Kindes: Als Baby hielt es den Ball fest und liess ihn nicht los. Später machte es Freude, den Ball loszulassen, und schliesslich war das Kind so weit gewachsen, dass es ihn werfen konnte. So sollten wir unsere Sorgen im Gebet dem Gott aller Gnaden zuwerfen – er würde für uns sorgen.

Das Bibelwort vermittelte eine verheissungsvolle Zusage: Gott selbst würde die Leidenden aufrichten, stärken, kräftigen und gründen. Er schenkte neuen Halt. Dabei dachte man an Petrus, der auf dem Wasser dem Sohn Gottes entgegenging. Dank der Nähe zu Jesus konnte dieser ihn aufrichten, als er zu versinken drohte.

Gott vergab Schuld und stärkte den Glauben. Jesus Christus blieb der feste Grund, auch in unsicheren Zeiten. Das Leiden dieser Welt war nur eine «kleine Zeit», denn die Hoffnung der Gläubigen richtete sich auf die Wiederkunft Christi und die ewige Gemeinschaft mit ihm, wo es kein Leid mehr geben würde.

Der mitdienende Bischof Rudolf Fässler stellte den Gott aller Gnaden nochmals vor die Augen der Anwesenden und bezeugte: Dieser Gottesdienst war ein Liebesbeweis und zugleich ein Bekenntnis zur Erwählung. Gott sprach zu den Gläubigen und zeigte, was er Grosses mit ihnen vorhatte.

In Sofia gab es Menschen, die sich in Vereinen zu Gemeinschaften zusammenschlossen. Als Beispiel nannte er den Fussballverein Lokomotive Sofia. Dieser Verein war gegründet worden mit dem Ziel zu siegen und Meister zu werden. Jeder Spieler wurde ausgewählt und auf seinen Platz gestellt. Nur in der Gemeinschaft konnte dieses Ziel erreicht werden.

Wie oft wurde Jesus nur an der «Seitenlinie» erkannt. Durch den Heiligen Geist wurden die Gläubigen ermutigt, aufgerichtet und zum Handeln in Liebe aufgefordert, so der Bischof.

Die Versiegelung eines Bruders sowie die Feier des Heiligen Abendmahls für die Verstorbenen bereicherten den Gottesdienst. Zum Abschluss sang die Gemeinde, begleitet von der neuen Orgel, das Schlusslied.

Die Geschwister nutzten gerne die Gelegenheit, mit dem Bezirksapostel und dem Bischof ins Gespräch zu kommen.

Die Reise bot zudem Raum für persönliche Begegnungen und die Pflege der Gemeinschaft. Glaube und Liebe zueinander bauten Brücken, halfen, unterschiedliche Lebenssituationen zu verstehen, und stärkten einander im Miteinander. Manche Sorgen und Anliegen konnten besprochen und einer Lösung zugeführt werden.