«Glaubst du das?», diese Frage diente als Grundlage und Bibelwort des Gottesdienstes. Sie steht im Johannesevangelium Kapitel 11, im Vers 26. Das Kapitel beschreibt die Auferweckung des Lazarus. Jesus stellt dort Marta diese Frage.
Nach dem Verklingen des Chorliedes «Betende Hände» machte Apostel Matthias Pfützner zunächst den Vorschlag, den Liedtitel in «Betende Herzen» umzuändern. Diese Anregung sei nicht nur eine kleine Wortänderung, sondern trägt eine tiefere Bedeutung in sich. Denn selbst in den schwierigsten Lebenslagen, in denen unsere Hände gefesselt sind – sei es durch physische Gefangenschaft, emotionale Belastungen oder andere widrige Umstände – ist unser Herz immer noch in der Lage zu beten. Das Herz gehört nur uns allein und niemand kann uns diese innere Verbindung zu Gott rauben.
In der heutigen Welt sind wir oft von negativen Nachrichten umgeben. Ob es die aktuellen Geschehnisse auf der Weltbühne sind, persönliche Krankheiten oder Sorgen, die uns belasten – all diese Dinge könnten erdrückend wirken. Doch Apostel Pfützner ermutigte uns, unseren Blick auf die Zukunft zu richten und uns an eine zentrale Wahrheit zu erinnern: „…aber der Herr kommt!“ Diese Aussage ist nicht nur ein einfacher Satz, sondern ein kraftvolles Versprechen, das uns Hoffnung und Zuversicht schenken kann. «Glaubst du das?»
Interessant ist, dass der Satzteil „aber der Herr“ in der Bibel etwa 100 Mal vorkommt. Im allgemeinen Sprachgebrauch folgt auf das Wörtchen „aber“ meist eine negative Aussage, die das Vorhergehende in Frage stellt, relativiert oder negiert. Doch hier, in der Aussage „…aber der Herr“, liegt eine tiefgreifende Wende. Was auch immer geschieht oder uns belastet, wenn der Herr eingreift, ändert sich alles zum Guten. So hat es Marta erlebt. Und diese Worte laden auch uns ein, mit Mut, Freude und Zuversicht in die Zukunft zu schreiten, unabhängig von den Herausforderungen, die uns begegnen.
Können auch wir das glauben? Glaubst du ganz persönlich daran, dass Gott alles zum Guten wenden kann, wenn Jesus in deine Geschichte eintritt? Glaubst du daran, dass trotz aller Widrigkeiten und negativen Einflüssen der Herr kommt? Diese Frage ist nicht nur rhetorischer Natur, sondern sie fordert uns auf, über unseren Glauben und unsere Erwartungen neu und intensiv nachzudenken. Bitten wir Gott, in uns sein Licht neu anzuzünden und uns Mut und Freude zu schenken! In Zeiten der Unsicherheit gibt uns der Glaube neue Kraft weiterzugehen und das Licht der Hoffnung in unseren Herzen zu bewahren. Glaubst du das?