Eingeladen waren nicht nur die Gemeindemitglieder, sondern auch ehemalige Geschwister, Nachbarn, sowie die Glaubensgeschwister aus der Partnergemeinde Grossbottwar in Deutschland.
Bibelwort: Sprüche 24,3: Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten, und durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.
Apostel Reto Keller begrüsste die Gemeinde herzlich und betonte die besondere Prägung dieses Morgens. Er nahm Bezug auf das Lied der Sängerinnen und Sänger: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen, alle ihr Beladenen...“, aber auch all jene, die freudig oder in guter Stimmung sind.
Dieser Ruf des Sohnes Gottes lädt zur Begegnung mit dem dreieinigen Gott ein. Dieses Haus dient seit 50 Jahren als Offenbarungsstätte Gottes und steht allen offen. Lassen wir uns von Gottes Segen berühren und auch diesen Gottesdienst würdig feiern.
Der Wert der Gemeinde liegt im Geisteswirken, in der Heilsvermittlung und im christlichen Miteinander – nicht im Äusseren. So erfüllt sich das Bibelwort, das Apostel Schneider II. zur Einweihung dieser Kirche wählte: Psalm 84,2-3: „Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.“ Wo Christus sich offenbart und zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, ist er mitten unter ihnen. Dieses Erleben ist Ursprung der frohen Botschaft des Evangeliums. Heute gedenken wir dankbar derer, die mit Überzeugung und Mut Christi Botschaft verbreiteten. So auch all der Pioniere, die vor 90 Jahren diese Gemeinde gegründet hatten, darunter die Urgrosseltern des Apostels.
Es ist ein Segen, darauf aufzubauen. Auch heute wird viel gewirkt, Glaube gelebt und die frohe Botschaft im Evangelium weitergetragen. Der unveränderliche Kern dieser Botschaft bleibt: die Verheissung der Wiederkunft Christi und das Gebot der Nächstenliebe - ob in einfachen Räumen vergangener Zeiten oder in diesem prächtigen Haus. Wie es im Philipperbrief heisst: „... und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ Gott, der die Anfänge hier ermöglichte, wird sein Werk vollenden. Lasst uns mit Dankbarkeit auf die Vergangenheit blicken, in der Gegenwart fest im Glauben stehen und mit Zuversicht die Zukunft erwarten.
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten…
Das heutige Bibelwort aus den Sprüchen sagt: „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Verstand erhalten und durch ordentliches Haushalten mit kostbarer Habe gefüllt.“ Natürlich denken wir an unser Kirchengebäude – geplant, gebaut, geweiht und gepflegt. Entscheidend ist, was in diesem Haus geschieht: Gemeinschaft im Glauben, das Hören von Gottes Wort und das Zusammenkommen im Namen des Herrn. Wichtig ist, diesen geistlichen Raum mit Weisheit, Verstand und der richtigen Haltung zu pflegen, damit er ein Ort bleibt, an dem Gottes Segen erlebbar ist. Letztlich geht es nur um eines, Christus in der Mitte der Gemeinde, der Grund unseres Zusammenkommens und unserer Daseinsberechtigung als Gemeinde. Es erfordert das Bemühen jedes Einzelnen, die Freude am Glauben und die Gemeinschaft lebendig zu halten.
… und durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.
Ordentliches Haushalten bedeutet, sorgsam und bewusst mit dem Vorhandenen umzugehen, daraus das Beste zu machen und uns daran erfreuen. Dieser Blick auf das, was da ist, fördert Zufriedenheit und stärkt die Gemeinschaft, unabhängig von ihrer Grösse oder der Herausforderungen. Dankbarkeit und bewusstes Miteinander machen das Zusammensein reich und segensvoll. Lasst uns mit Weisheit und Freude pflegen, was uns anvertraut ist, und vertrauen, dass Gott es zum Segen führt. So bleibt die Gemeinde ein Ort des gemeinsamen Glaubenswachstums.
Gott hat uns mit Gaben beschenkt, wie es im 1. Petrusbrief heisst: „Und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“ Jeder Mensch, ob jung oder alt, hat Gaben erhalten. Lasst uns diese einbringen, einander dienen und die empfangene Gnade weitergeben. Gutes Haushalten umfasst nicht nur die Pflege der Glaubensgemeinschaft, sondern auch den liebevollen Umgang mit Mitchristen, unseren Nachbarn und überhaupt allen Menschen, denen wir begegnen.
Die kostbare Habe einer Gemeinde liegt in geistlichen und gemeinschaftlichen Werten: Nächstenliebe, Hoffnung auf Christi Wiederkunft, Hilfsbereitschaft, Anteilnahme und das gemeinsame Erleben von Gottesdiensten. Es ist das Bewusstsein, füreinander da zu sein. Christus gründete die Gemeinde, um Gläubige zusammenzuführen. Mit Petrus, als den Felsen, baute er seine Kirche – nicht, damit jeder allein selig werde, sondern damit wir gemeinsam Gott loben, danken und trösten können. Diese Gemeinschaft, das Teilen von Glauben und Hoffnung, füllt die Kammern der Gemeinde und macht sie zu einem Ort des Segens und der Liebe.
Das Sehnen nach den Vorhöfen
Das, was einst verheissen wurde, hat sich bis heute erfüllt. Das Sehnen nach den Vorhöfen des Herrn ist ein Ausdruck der Vorfreude auf die Gemeinschaft mit Gott in seiner himmlischen vollkommenen Schöpfung. Der Bauplan des Evangeliums steht unverändert und braucht keine Anpassung: ein perfektes Werk, das uns Heil und Zukunft verheisst.
Geniessen wir etwas Geschichte, geniessen wir es, einander wieder zu sehen. Geniessen wir vor allem, dass es uns heute möglich ist, Gottesdienst zu erleben. Es führt uns nicht in die Vergangenheit zurück, sondern in die Zukunft hinein.