Der „neue“ Bischof André Weidmann stellt sich den Geschwistern des Bezirkes Winterthur vor.

03.07.2024

Am Mittwoch, 3. Juli 2024, besuchte Bischof André Weidmann die Geschwister aus dem Bezirk Winterthur und berichtete über sein Leben, seine neue Aufgabe als Bischof, seine Freuden und seine Wünsche.

Bischof Weidmann freut sich sehr, dass so viele Geschwister gekommen sind, um ihn kennen zu lernen. Gerne stellt er sich den Geschwistern vor und beantwortet ihre Fragen.

 

Lieber Bischof, wir kennen dich noch gar nicht so gut. Kannst du uns allen ein bisschen mehr zu deiner Person verraten?

Ich bin 47 Jahre alt und seit vielen Jahren mit Christa Weidmann verheiratet. Wir haben eine 16-jährige Tochter und einen kleinen Hund. Ich arbeite bei einer Krankenversicherung in Basel und bin verantwortlich für den Bereich Kundenservice.

In meiner Freizeit mache ich gerne Sport. Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich, obwohl es nicht immer einfach ist, dafür Zeit zu finden. Ich bin in Bülach aufgewachsen.

 

Kannst du uns etwas über deinen „Neuapostolischen“ Lebenslauf erzählen?

Als wir von Neerach nach Bonstetten gezogen sind, besuchten wir die Gemeinde Bonstetten und für diese Gemeinde wurde ich als Diakon eingesetzt. Wir sind dann wieder ins Zürcher Unterland gezogen und somit waren wir auch wieder zurück in der Gemeinde Neerach. Im Jahre 2007 wurde ich als Priester und nach einigen Jahren als Gemeindevorsteher für die Gemeinde Neerach eingesetzt.

Danach gab es ca. im 2-Jahres-Rhythmus Veränderungen. Ich bin gefragt worden, ob ich als Bezirksvorsteher-Stellvertreter und wiederum nach 2 Jahren als Bezirksvorsteher wirken könnte. Für mich war immer klar: Wenn unser lieber Gott ruft, dann sage ich Ja.

Am 10. Dezember 2023 wurde ich dann hier in der Gemeinde Winterthur als Bischof für die Bezirke Basel, Schaffhausen, Mittelland und Winterthur ernannt.

Ich durfte bereits sehr schöne Aufgaben in der Kirche ausführen: als Türhüter, Chorsänger, Verantwortlicher Blumenplan, Sonntagsschullehrer, Konfirmandenlehrer, Leiter Jugend und Leiter Amtsträgerförderung. Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe.

 

Eine Frage zum Ehrenamt. Wie bringst du alles unter einen Hut, das Bischofsamt, die Familie, den Beruf… ?

Als ich gefragt wurde, als Bischof zu dienen, habe ich mir diverse Fragen gestellt. Wie soll das zeitlich gehen, ich arbeite 100% und habe einen Beruf, der nicht einfach nur von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr geht. Ja, dann überlegt man, rechnet man, damit die Gemeinden gut betreut werden können. Da ist z.B. eine Gemeinde, die 1.5 Stunden entfernt ist, da kommt man unter der Woche gar nicht hin. Ihr könnt euch vorstellen, ganz viele Gedanken. Im Herzen habe ich aber trotz dieser Gedanken gefühlt, wenn der liebe Gott ruft, dann ist das für mich ein Ja. Es ist immer gegangen und es wird auch dieses Mal gehen. Und bis jetzt darf ich das auch wunderbar erleben.

Bischof im Ehrenamt darf man nicht vergleichen mit einem Bischof, welcher dieses Amt nicht ehrenamtlich ausführt. Bei mir liegt der Fokus auf der Seelsorge und den Gottesdiensten. Dazu gibt es natürlich auch einiges Administratives, aber das hatte ich auch als Bezirksvorsteher.

Wenn man Anfragen bekommt, wie z.B.: "Könntest Du am Dienstagnachmittag einen Seniorengottesdienst halten", ist das leider bei einer 100%-Anstellung nicht möglich. Wenn ich dann doch eine Ausnahme machen würde, müsste ich diese auch in allen anderen Bezirken machen. Wichtig für mich ist, dass die Ferien, die ich habe, meiner Familie gehören. Ich bin doch einige Abende abwesend und an vereinzelten Wochenenden länger unterwegs.

 

Lieber Bischof, hast du Erwartungen und Impulse an uns?

Ich will es nicht als Erwartungen formulieren. Seit letzten Dezember darf ich viele Geschwister kennenlernen und ganz viele Amtsträgerinnen und Amtsträger und ich fühle mich wirklich sehr willkommen. Das ist ein sehr grosses Geschenk und ich möchte mich bei allen herzlich bedanken. Es ist mein Wunsch, dass wir gemeinsam im Werk Gottes weitergehen, das schöne Werk Gottes erleben, die wertvolle Gemeinschaft geniessen und die Gottesdienste wunderbar erleben.

 

Uns liegt die Jugend sehr am Herzen. Hast du da einen Gedanken oder Impuls für die Jugend?

Vor Kurzem konnten wir hier einen wunderschönen Jugendgottesdienst erleben. Ich denke, solche Momente braucht es. Es ist für die Jugend wichtig, dass sie erleben, dass sie nicht alleine sind in einer Gemeinde. Da gibt es noch ganz viele andere Jugendliche, die den Glauben leben. Es ist wichtig, dass wir der Jugend vorleben und sie motivieren, dass glauben zu dürfen eine Freude und kein Müssen ist. Zwang und Druck sind das Falsche bei allem, auch bei der Jugend. Beten wir für die Jugend, dass sie die Freude nicht verliert und den lieben Gott erleben darf.

 

Hast du dir selbst seit der Ernennung gewisse Schwerpunkte oder Prioritäten gesetzt, die dir am Herzen liegen?

Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass ich den Kindern, den Jugendlichen, den Erwachsenen sowie den Seniorinnen und Senioren nahe sein darf.

 

Hast du eine Lieblingsstelle in der Bibel, ein Wort, etwas, das dich speziell begleitet?

Diese Frage muss ich mit einem Nein beantworten, ich finde die Bibel ist als Ganzes ein wunderbarer Schatz. Es lohnt sich, in der Bibel zu lesen.

 

Lieber Bischof, ich würde gerne wissen, wie du die Gottesdienste erlebst und was du mitnimmst, auch in den Alltag?

Wenn ich selbst Gottesdienst halte, bin ich vor dem Gottesdienst sehr angespannt. Diese Anspannung löst sich, spätestens wenn ich am Altar stehe. Es ist immer wieder schön zu erleben, wie der Heilige Geist wirkt. Ich kann nicht sagen, dass ich jemals einen Gottesdienst erlebt habe, den ich nicht in guter Erinnerung habe. Sicher bereitet man sich vor und natürlich hat man einen roten Faden, aber manchmal kommt es anders, als man gedacht hat.

Es ist schön zu erleben, wenn eine Gemeinde mitmacht, präsent ist, mitwirkt, das hilft dem Dienstleiter.

Ich versuche auch für mich persönlich die vielen Impulse aus den Gottesdiensten mitzunehmen. Da spielt es keine Rolle, ob ich Gottesdienst halte oder Hörer bin. Ich versuche, im Alltag die Impulse umzusetzen, die im Wort enthalten sind.

 

Du hast jetzt keine eigene Gemeinde mehr. Wie bist du glaubensmässig eingebettet?

Meine Gemeinde ist jetzt einfach viel grösser geworden. Als Gemeindevorsteher ist man sehr nahe bei den Geschwistern. Man kennt sich sehr gut, man erlebt sehr vieles miteinander, man kann aufeinander eingehen und erlebt sich anders. Das habe ich sehr genossen. Aber das heisst nicht, dass ich das andere nicht auch geniesse. Ich dufte erleben, dass auch, wenn die Gemeinde grösser geworden ist, es wunderschön ist, Begegnungen zu haben und zu spüren, man ist willkommen.

 

Lieber Bischof, herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen und ein herzliches Willkommen im Bezirk Winterthur.